Welche Kamera passt zu mir?

Fotografien begleiten uns heute nahezu überall(hin). Beinahe jeder ist hin und wieder ein Fotograf. Wer jedoch tiefer in das Handwerk der Lichtbildnerei eintauchen will und sich dabei natürlich auch mit den verschiedenen Werkzeugen auseinandersetzt stoßt gleich zu Beginn auf essenzielle Fragen:

 

 WELCHE KAMERA PASST ZU MIR UND MEINEN VORHABEN? WAS MUSS ICH BEIM KAUF GANZ GRUNDLEGEND BEACHTEN?

 

 

Tipps zur Auswahl des geeigneten Werkzeugs findest du hier.

 

Anfang des 20. Jahrhunderst war Fotografie noch ein exklusives Medium durch das wohldurchdachte und meist vorbereitet inszenierte Abbilder einem ausgewählten Kreis an Betrachtern vorentahlten waren. Heute kann durch die Erfindung des Smartphones jeder seine Bilder mitteilen - sofort und kinderleicht. Denn nicht nur die Herstellung, auch die Verbreitung der Bilder ist heute schneller und einfacher als jemals zuvor.

 

Will man sich jedoch vertiefend ins Feld der Fotografie begeben trifft man anfangs recht schnell auf die Frage:

 

WELCHE KAMERA PASST ZU MIR?

 

Dazu sollten wir uns zu Beginn anschauen, welche Kameras es denn überhaupt am Markt gibt.

Angeboten werden verschiedene Modelle in verschiedenen Klassen:

Ganz allgemein unterscheide ich hier zwischen 4 Arten von Kameras (das Smartphone, das mittlerweile auch schon mit hervorragenden Kameras ausgestattet ist, vernachlässige ich):

  • KOMPAKTKAMERAS
  • BRIDGE-KAMERAS
  • SYSTEMKAMERAS bei denen wiederum zwischen spiegellosen und solchen mit Spiegel (DSLR-Kameras, auch Spiegelreflexkameras) unterschieden wird
  • DIGITALE MITTELFORMATKAMERAS (für Fortgeschrittene)

 

KLEINE KOMPAKTKAMERAS

Durch die kompakte Bauweise (passt meist in jede Hosentasche) und die sehr einfache Bedienung ein idealer täglicher Begleiter.

Erste Einschränkungen zeigen sich jedoch bei den Einstellungsmöglichkeiten und beim Zoom-Bereich: die meisten Modelle besitzen keinen Sucher.

Ausserdem bietet eine Kompaktkamera sehr begrenzte Optionen für Erweiterungen der Hardware. Am Rande erwähnt sei außerdem, dass das Fotografieren von RAW-Dateien (dazu kommen wir in einem späteren Artikel) selten möglich ist.

Wer trotzdem die Handlichkeit, das Gewicht und die simple Bedienung bei seiner Wahl an oberste Stelle setzt und dabei doch auch Wert auf Qualität legt sollte sich die SONY RX1 (mit einem Vollformatsensor ausgestattet!) oder die SONY RX100 (mit Sucher, lichtstarkem Zoomobjektiv und 1"-Sensor ausgestattet!) genauer anschauen. Man beachte allerdings auch den Preis, besonders der RX1.

BRIDGE-KAMERAS

Diese sind deutlich größer als Kompaktkameras und weisen einen um ein Vielfaches höheren Zoom-Bereich (teils riesig!) auf.

Teilweise ist auch ein Blitzschuh für ein externes Blitzgerät vorhanden. Obwohl solche Kameras Bedienfunktionen aufweisen die sonst nur bei Systemkameras zu finden sind haben sie jedoch keine Wechseloptiken.

 

Ich persönlich kann einen Blick auf die CANON POWERSHOT G3x und die SONY RX10 empfehlen.

SYSTEMKAMERAS

SPIEGELLOSE SYSTEMKAMERAS

Ein Kameraformat das sehr stark im Wachsen ist da es hohe Anpassungsfähigkeit und Bildqualität verspricht. Zudem sind diese Arten von Kameras kompakter und leichter als Spiegelreflexkameras.

 

Alle spiegellosen Systemkameras haben einen größeren Sensor als Kompaktkameras. Die SENSORGRÖSSE stellt ein wesentliches Kriterium für die Bildqualität dar: größere Sensoren bieten v.a bei wenig Licht eine bessere Bildqualität und mehr Möglichkeiten bei der Fotografie mit geringer Schärfentiefe.

Auch  haben sie, wie schon der Name verrät, keinen integrierten Spiegel wodurch sie kompakter konstruiert werden können. Genau dieser Eigenschaft verdanken diese Kameras ihren Erfolg. Gleichzeitig ist jedoch aber der Raum, der für Bedienungselemente am Gehäuse zur Verfügung steht eingeschränkt: viele Funktionen, für die es bei digitalen Spiegelreflexkameras eigene Bedienelemente gibt, müssen über ein Menü oder über die Mehrfachbelegung von Bedienelementen angesteuert werden.

 

Mit wenigen Ausnahmen ist bei spiegellosen Systemkameras kein optischer SUCHER vorhanden. Dem Fotograf steht für die Bildgestaltung entweder ein Display (z. T. drehbar) und je nach Modell auch ein elektronischer oder optischer Sucher (z. T. Aufstecksucher als Zubehör) zur Verfügung.

 

War zu Beginn der Entwicklung der AUTOFOKUS von spiegellosen Systemkameras noch deutlich langsamer als bei Spiegelreflexkameras, trifft dies heute nur noch auf wenige Modelle zu. Vergleicht man die Autofokusgeschwindigkeit lediglich mit dem Live-View-Modus von SLR-Kameras, sind meist die spiegellosen Systemkameras schneller. Für den, der gerne mit dem Life-View seiner SLR fotografiert, könnte sich schon wegen der höheren Fokusgeschwindigkeit ein Umstieg auf eine spiegellose Systemkamera lohnen.

Spiegellose Systemkameras sind zudem sehr leise (leiser als Spiegelreflexkameras).

 

OBJEKTIVE lassen sich zwar wie bei Spiegelreflexkameras wechseln, das Angebot ist jedoch eher überschaubar.

 

HERSTELLER:

  • Canon EOS M
  • Fujifilm X
  • Leica M
  • Micro-Four-Thirds
  • Nikon 1
  • Pentax Q
  • Samsung NX
  • Sony NEX

SLR-KAMERAS (SPIEGELREFLEXLAMERAS)

SLR steht für Single Lense Reflex, im deutschen Sprachraum werden diese Kameras als Spiegelreflexkameras bezeichnet.

 

Sie gewährleisten Anpassungsfähigkeit und hohe Bildqualität. VERSCHLUSS- und BLENDENVORWAHL gehören in dieser Klasse zur Standardausstattung und bieten somit ein weites Feld an kreativen Möglichkeiten in der Bildgestaltung. Vor allem bei schlechteren Lichtsituationen zeigen sich aufgrund der größeren Sensorformate deutliche Vorteile gegenüber den kompakten Kameramodellen, die aufgrund ihrer kleineren Sensoren häufig zu schlechterem Rauschverhalten neigen.

Wenn eines deiner Ziele darin besteht, die komplette Kontrolle über dein Bild zu haben, wirst du dich garantiert mit Arten von Systemkameras auseinandersetzen.  

DIGITALE MITTELFORMATKAMERAS

Da es sich bei digitalen Mittelformatkameras um Speziallösungen handelt die aufgrund von Anschaffungspreis, Größe und Gewicht im Amateurbereich kaum Nutzer finden gehe ich hier auf diese Kameraart nicht näher ein.

Anzumerken ist, dass solche Kameras eine sehr hohe Auflösung erzielen (besonders für starke Vergrößerungen und Präsentationen großer Abzüge von Vorteil).


CHECKLISTE

  • Achte auf die GRÖSSE und das GEWICHT bei der Wahl deiner Kamera. Spiegelreflexkameras brauchen oft viel Platz und sind auch schnell über 1,5 kg schwer!
  • Welche BILDQUALITÄT sollte Deine Kamera mitbringen? Zielst Du auf Papierabzüge oder Computerdarstellung ab, sollen die Bilder ins Internet oder von einem Beamer auf einen Hintergrund geworfen werden?
  • Welchen BRENNWEITENBEREICH und BILDSTABILISATOR willst du einsetzen?
  • Brauchst du einen SCHWENKBAREN MONITOR?
  • Wie lange soll die ENERGIEVERSORGUNG gewährleistet sein?
  • Wie AUSBAUFÄHIG ist deine Kamera (Fernauslöser für Langzeitbelichtungen, Blitzsysteme, Objektive und Konverter etc.)?

FAZIT

Du siehst, die Wahl deines Werkzeuges, das dich bei deinem Tun begleiten wird, verlangt gründliche Überlegung und einen gewissen Weitblick:

 

DEIN GANZ PERSÖNLICHES ZIEL UND DEINE VISION SOLLTEN GEDANKLICH KLAR UMRISSEN SEIN.

 

Was die Anwenung dieses breit gefächerten Handwerks schließlich aus dir heraus ausdrücken soll, was du abbilden möchtest und für welche Betrachter deine Bilder gedacht sind spielt eine essentielle Rolle. Vom Familienalbum bis zur eigenen Ausstellung oder Auftragsarbeit ist schließlich alles möglich - einzig die Wege dorthin unterscheiden sich in ihrer Länge und ihrem Schwierigeitsgrad. Trifft die Wahl auf einen eher anspruchsvollen Weg ist auch die gute alte Portion Glück auch heute noch sehr willkommen...leg los!

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